Baubericht Gebauer Köf III

Durch einen Zufall kam ich vor ein paar Jahren an eine bereits fertig gelötete und lackierte Köf III in der Ursprungsausführung mit dem einfachen Kühler und den alten Laternen. Eigentlich nur noch Beschriften, Klarlack drauf, Scheiben einkleben, Decoder einbauen und fertig.
Sollte doch schnell zu machen sein....
Im Prinzip beginnt meine Baubeschreibung daher dort, wo die meisten anderen enden...

Zuerst galt es, die richtige Nummer auszuwählen. Die Köf III mit dem Ursprungskühler und alten Lampen haben einen niedrigen Nummernkreis. Passendes BW und Untersuchungsdatum ausgesucht und die Bestellung an Fa. Simrock geschickt, die auch sehr schnell lieferte.

Als erstes viel mir beim Betrachten der Vorbildfotos auf, das die Gebauer Anleitung anscheinend ein paar Ungenauigkeiten aufweist. Anders ist es nicht zu erklären, das meine und viele Köf III, die ich schon gesehen habe, alle die selben Fehler aufweisen. Auf der in Fahrtrichtung linken Seite dürfen keine Leitungen in den Vorbau gehen, wenn man die Version mit dem Ursprungskühler verwendet. Wer die Lok noch so bauen möchte, kann die zwei Löcher also verspachteln. Und wenn man die Spachtelmasse schon in der Hand hat, gleich das Loch vorne am Kühler oben mit verschließen. Eine Signalhalterung wie von Gebauer vorgesehen, gab es nie. Ich denke ein Vorbildfoto, wenn auch die Ausführung mit neuen Laternen, sagt im Vergleich zur Bauanleitung mehr als 1000 Worte...

Nun ging es an das Aufbringen der Zierlinien und der Beschriftung. Doch wo mit der Beschriftung anfangen. Eigentlich ist es ganz einfach:
Die Türen geben die Höhe der Zierlinie vor. Also Vorbildfoto als Vorlage genommen, und Zierlinien auf die Türen gerubbelt. Anschließend die Türen in das Führerhaus einsetzen (richtig nach unten drücken!) und die Höhe messen. Wenn alles passt, muss die Höhe der Zierlinien zur Gehäuseunterkannte auf beiden Seiten gleich sein. Ich habe die entsprechenden Zierlinien aus dem Bogen ausgeschnitten und mit etwas Kreppband am Führerhaus angeheftet. Dann gemessen, ausgerichtet, gemessen usw. bis es gepasst hat. Dann aufgerubbelt. Wichtig ist, das die Linie an der Gehäuserückwand absolut parallel verläuft.

So geht es dann Stück für Stück weiter, bis alle Linien aufgebracht worden sind. Es klingt komplizierter als es in Wiklichkeit ist. Anschließend das ganze „Kleinzeug“ beschriften, wie Bw, BD, Gewicht der Lok usw. Hierbei gab es bei mir das eine oder andere Problem, da einige kleine Buchstaben nicht richtig haften wollten Ich erinnerte mich an die Aussage eines Bekannten, das die Aufreiber möglichst frisch sein sollten. Meine lagerten leider nun schon über ein Jahr in der Schublade...
Nachdem die Beschriftung fertig war, wurde erst einmal alles mit Klarlack fixiert.

Dann nahm ich mir den Führerstand vor. Durch die großen Scheiben kann man relativ gut in den Führerstand sehen. Daher wollte ich diesen auch ein bisschen detaillieren. Hier mal ein Vorbildfoto vom Führerstand einer Köf III und meiner Köf als Vergleich. Man sieht, das das Führerhaus eigentlich ein blechbeplanktes Rahmengestell ist. Deshalb habe ich die Rahmen aus Kunststoffprofil in den Türen und Seitenbleche nachgebildet.

Hier sieht man auch, wie die Führerbremsventile auszusehen haben. Ein Stück vorne (Zusatzbremsventil), dahinter etwas höher das Führerbremsventil. Das beim original Gebauer Gußteil vorhandenen dritte Bremsventil (sitzt Huckepack auf dem linken Bremsventil) muss abgeschnitten werden! !
Jetzt werden die Scheiben eingeklebt. Ich verwende dafür UHU schnellfest. Kleine Mengen mit dem Zahnstocher aufgenommen und punktuell geklebt reichen aus. Und UHU schnellfest härtet glasklar aus.
Das Führerpult kann nun je nach Lust und Laune entsprechend gesupert werden.

Ich habe noch die Hebel für die Scheibenwischer und die Scheibenbelüftung nachgebildet, sowie ein paar Druckluftleitungen Richtung Führerpult gezogen.

Die Beleuchtung meiner Lok habe ich mit warmweißen LED realisiert (Sunny white mit Cu- Lackdraht, SMD 0402). Zuerst die hinteren LED’s mittels UHU Schnellfest in die Lampen eingeklebt. Dann den Kupferlackdraht an der Rückwand in den Dachträger geführt. Dort habe ich eine kleine Platine für die entsprechenden Vorwiderstände (1,5Kohm) geklebt. Diese Platine dient gleichzeitig als Verteilerplatine.
Auf der Unterseite der Platine befindet sich die LED für die Führerhausbeleuchtung.

Jetzt noch den Lackdraht und die Rückseite der verklebten Lampenöffnungen mit grauer Farbe versehen, somit sind die Arbeiten im Führerhaus erledigt. Bei den vorderen Lampen habe ich es genauso gemacht. Die LED’s wieder mit UHU schnellfest in die Lampe geklebt. Den Kupferlackdraht habe ich durch einen dünnen Schlauch geschützt durch das Umlaufblech geführt. Hierfür muss an den darunter befindlichen „Batteriekästen“ etwas Material abgetragen werden. Die Leitungen der beiden Lampen gehen wiederum auf eine kleine Platine mit Vorwiderständen, die sich im Bereich des Fahrwerkes befindet. Von hieraus gehen die Leitungen zum Decoder.


Beim Spitzenlicht auf dem Vorbau bin ich genauso vorgegangen, nur das ich hier den Kupferlackdraht in zwei einzelne Schutzschläuche durch das Gehäuse auf die darunterliegende Platine geführt habe. Von dort geht es weiter zum Decoder.

Dann habe ich die Lampengläser mittels Zahnstocher und kleinster Mengen Pattex Power Easy Gel eingeklebt (vorher ausprobieren, ob die Gläser auch bündig passen). Die Leitungen zu den Leuchten noch schwarz lackiert, dann ist auch diese Arbeit abgeschlossen

So, nun geht es weiter mit dem Dekodereinbau.
Als erstes habe ich eine dünne Polystyrolplatte als Träger der digitalen Komponenten auf dem Fahrwerk befestigt. Hierauf werden nun die Decoder geklebt.

Man kann hier schon gut erkennen, wo ich die Komponenten platziert habe.
Der Soundbaustein kommt in das Führerhaus unter dem Führerpult. Der Power 3 passt in den Vorbau, wenn man ihn ein wenig anpasst. Die Platine muss von den Goldcaps getrennt werden und mittels Drahtbrücken um 90° verdreht wieder angelötet werden (unbedingt auf die richtige Polung achten!!). Auf die Goldcaps habe ich dann den Gold+ Decoder geklebt.

Zwischen den Leitungen von den LED, Motor Stromabnehmer usw. und dem Decoder habe ich eine kleine Lötleiste gesetzt. Das vordere Spitzenlicht und den Lautsprecher habe ich über kleine Steckverbinder an die Lötleiste angeschlossen. Dadurch kann ich den Vorbau einfach vom Rest trennen.
Sicherlich könnte man alle Leitungen steckbar ausführen, um eine Demontage zu vereinfachen. Aber ich habe mich für das Löten entschieden.
Den Lautsprecher habe ich mit einen kleinen Rahmen aus 1x1mm Poystyrol versehen um etwas Abstand der Membrane zum Blech zu bekommen. Die Befestigungslöcher habe mit kleinen PVC Zuschnitten verschlossen. So dient (theoretisch) der gesamte Vorbau als Schallkörper.

Vor dem Festkleben des Lautsprechers ausprobieren, ob alles passt. Ich will nicht verheimlichen, das ich am Lautsprecher ca. 1mm abfeilen musste, bis er am Power 3 vorbei passte. Anschließend habe ich den Lautsprecher mit Acryl dicht eingeklebt.

Zum Schluss noch den Lokführer im Führerstand platzieren.
Wie man sieht, hat er seine rechte Hand dort, wo sie hingehört: Am Zusatzbremsventil. :)

Was würde ich rückblickend anders machen?

1. Den Bausatz lieber selber löten.
2. Nach Erhalt der Beschriftung diese kurzfristig aufbringen, so das sie noch frisch ist.
3. Die Adapterplatine im Führerstand ist O.K und sinnvoll. Die LED- Leitungen von vorne würde ich heute direkt in den Vorbau bringen und die Adapterplatine dort platzieren.
4. Die Vorbildfotos die ich heute habe, hätte ich schon gerne während der Bauphase gehabt.

Zum Abschluß noch ein paar Foto’s meiner neuen„Rangierkraft“

Bei Fragen zum Modell oder auch zum Vorbild gerne den Kontakt über

digital.fahrpult@gmail.com